VOR 500 JAHREN KAM ZUM GROSCHEN „DER TALER“ Quelle Zur gleichen Zeit, als vor 500 Jahren der Reformator Martin Luther geboren wurde, entstand auch eine neue Münze von etwa 32 g, die man zuerst Guldengroschen, d. h. silbernen Groschen im Werte eines Goldguldens, nannte. Etwa 60 Jahre später bürgerte sich für ihn die Bezeichnung „Taler“ ein. Diese neue Münze bestand aus etwa 20fachen des Silbergewichts des bis dahin als Hauptmünze umlaufenden Groschens. Zwischen Reformation bzw. frühbürgerlicher Revolution und dem Entstehen dieses neuen Zahlungsmittels besteht ein Zusammenhang: Beide wurden durch die Entwicklung der Produktivkräfte hervorgerufen, welche durch das erstarkende Bürgertum Veränderungen in den gesellschaftlichen Verhältnissen und durch das Anwachsen der Warenproduktion und des Handels mehr umlaufenden Geld in größerer Stückelung erforderlich machte. Die Herstellung dieser Münzen begann 1486 in Tirol, nachdem bereits in den Jahren davor versuchsweise, meist nur zu Geschenkzwecken , größere Münzen geschlagen wurden. Der österreichische Erzherzog Sigismund, der sich auf diesen Münzen abbilden ließ, wurde später „der Münzreiche“ genannt. Als um 1520 im Erzgebirge große Silbergruben erschlossen wurden, gingen allein vom böhmischen Joachimsthal (Jachymov, nahe dem Grenzort Oberwiesenthal) bis 1561 insgesamt mehr als zehn Millionen Stück der neuen Münzen und deren Teilstücke aus. Dafür wurden mehr als 270 t Feinsilber verarbeitet. Diese für damalige Verhältnisse riesige Menge führte dazu, daß aus dem „Joachimsthaler“ im Sprachgebrauch einfach „Taler“ wurde und vergleichbare Münzen in Gewicht und Stückelung in vielen Staaten, insbesondere in Sachsen, geprägt wurden. Es ist interessant, den zahlreichen Münznamen, die auf diese beliebte und anfangs meist in guter Qualität geprägte Münze zurückgehen, nachzuspüren. In Frankreich z. B. nannte man sie die Jacondale, Jefimok in Rußland, Joachimik in Polen. Als Daalder, Daler finden wir sie in westeuropäischen Staaten, Tolar oder Dolar wurde sie in England genannt, und im Dollar finden wir sie als Währungsbezeichnung noch heute. Einen guten Überblick über die Talerprägungen bietet der vom Münzkabinett im Schloßmuseum der Stadt Gotha durch Dr. W. Steguweit herausgegebene Katalog „Alte Taler“. er enthält u. a. 270 Münzfotos. Peter Wachalski Goldmünzen bringen keine Zinsen Edelmetall stellt Sachwert dar, der langfristig Sicherheit verspricht (rbs). Gold hat den Menschen seit jeher fasziniert. Mit dem edlen Metall verbinden sich Gedanken an Reichtum, Macht und Ansehen. Aber ist Gold auch heute noch eine gute Geldanlage? Zunächst: Gold stellt einen Sachwert dar, der langfristig Sicherheit verspricht Andererseits bringt Gold keine Zinsen, und der Goldpreis unterliegt erheblichen Schwankungen. Welche Möglichkeiten der Goldanlage gibt es? • Die klassische Möglichkeit ist der Kauf von Goldmünzen. Sie werden von Banken in verschiedenen Größen angeboten. Dabei sind in erster Linie solche Goldstücke interessant, bei denen sich der Preis nach dem Goldwert richtet, die also möglichst viel Gold fürs Geld bieten. Hierzu gehören der Kanadische Meaple Leaf, der American Eagle der Australische Nugget und andere. Kaufen Sie bei einer Bank, um vor Fälschungen geschützt zu sein. Achten Sie darauf, daß Sie Goldmünzen erwerben, die als gesetzliche Zahlungsmittel gelten, denn für sie entfällt die Mehrwertsteuer. Das meiste Gold erhält man bei den großen Einunzenmünzen. Die kleineren Goldmünzen sind wegen der höheren Prägekosten teurer. • Goldbarren eignen sich ebenso gut wie Goldmünzen zu Anlagezwecken. Es gibt sie in verschiedenen Stückelungen ab einem Gramm aufwärts. Auch für Goldbarren muß in Deutschland keine Mehrwertsteuer mehr gezahlt werden. • Wer größere Summen in Gold anlegen will, kann bei einer Bank nach der Einrichtung eines Goldkontos oder nach dem Kauf von Goldzertifikaten fragen. In diesem Geschäft sind die großen, international tätigen Banken führend.