... was mich mal interessieren würde ist, wo der Ausdruck "jemandem die Leviten lesen" seinen Ursprung hat, der ja so etwas bedeutet wie "jemandem gründlich die Meinung sagen" bzw. "mit jemandem schimpfen" bedeutet. Meine Nachforschungen haben mich so weit gebracht, zu wissen, dass die Leviten ein jüdischer Volksstamm sind, der laut Bibel einst von Gott verflucht wurde. Aber da muss es doch noch etwas anderes geben, eine Schrift, die man "Leviten" nennt. Sonst könnte man sie ja nicht lesen. Ich meine, natürlich können Leviten bestimmt auch lesen oder sie lassen sich auch von Zeit zu Zeit mal etwas vorlesen, doch sie werden doch nicht selbst gelesen, es sei denn, dass es noch die besagte Schrift gibt. Ist damit vielleicht das Kapitel der Bibel gemeint, in dem es um die Leviten geht? Du vermutest quasi richtig. Hier noch ergänzende Infos. Leviticus ist die lat. Bezeichnung des 3. Buch Mose im Alten Testament, die Leviten betreffend. Mit "Leviten" (nach dem jüdischen Stamm Levi) wurden im Alten Testament Tempeldiener bezeichnet. Vorwiegend für diese waren die im Buch Leviticus enthaltenen Verhaltensmaßregeln bestimmt. Im Mittelalter wurden Texte aus dem Buch Leviticus sehr häufig in Verbindung mit Mahn- und/oder Strafpredigten gelesen. Das sollte dazu dienen hauptsächlich Menschen, die in religiösen Gemeinschaften lebten, zu einem moralisch einwandfreien Leben zu erziehen. Eben daran erinnert die noch heute geläufige Redewendung "jemandem die Leviten lesen", d.h. also: jemanden mächtig tadeln und zurechtweisen.